Der Mythos von den Antioxidantien:

Ein medizinisches MŠrchen! (2005)

Quelle: http://www.kirstenschuemann.de/wp-content/upload/2005_der_mythos_der_antioxidantien.pdf

 

Nach einem Artikel aus dem Englischen aus NewScientist, vom 05. August 2006 (www.newscientist.com/article.ns?id=mg19125631.500)

 


Hatte man sich doch allzu lange Sorgen gemacht: Kann ich gesund bleiben, ohne all die vielen ãunverzichtbarenÒ Mittel zur NahrungsergŠnzung, ohne die nichts geht?! Ich konnte noch nie glauben, dass unser Schšpfer – oder auch nur die Evolution – so schlecht gearbeitet haben, dass es ohne NahrungsergŠnzung keine Gesundheit geben kann. Nun lŠsst sich die Wahrheit nicht lŠnger manipulieren: Alle jŸngeren Studien haben den Verdacht der SchŠdlichkeit – Sie lesen richtig, SchŠdlichkeit – und nicht nur einfach Unwirksamkeit von Zusatzeinnahmen dieser sogenannten Antioxidantien wie Betacarotin, Vitamin E und Vitamin C, um nur einige der berŸhmtesten zu nennen, bewiesen. Antioxidantien haben inzwischen einen Ruf als Wundermittel erworben, seit in den 50er Jahren Wissenschaftler entdeckten, dass viele Krankheiten, wie zum Beispiel Herzerkrankungen, Schlaganfall, Krebs, Diabetes, Grauer Star, Arthritis und degenerative Nervenerkrankungen wie Parkinson und Alzheimer, in Verbindung mit SchŠden standen, die durch stark zerstšrerische chemische Substanzen verursacht wurden, die freie Radikale genannt wurden. Freie Radikale sind sehr reaktionsfreudige Verbindungen mit einem ungepaarten Elektron, die vielfŠltige, oft irreversible Reaktionen auslšsen. Die Freien Radikale stabilisieren sich durch Oxidation (= Abgabe von Elektronen) anderer MolekŸle – inklusive Proteine, Kohlenhydrate, Lipide und DNA. Durch diesen Prozess schaffen sie oft noch mehr Freie Radikale und setzen damit eine zerstšrerische Kettenreaktion in Gang. OxidationsschŠden begleiten die meisten, wenn nicht sogar alle Krankheiten und werden sogar als direkte Ursache fŸr manche Krankheiten gehalten, wie auch fŸr Lungenkrebs, Arteriosklerose und Alzheimer. Freie Radikale sind eine unvermeidliche Begleiterscheinung des Lebens. Wir leben in einer Sauerstoffreichen AtmosphŠre und Radikale, besonders die, welche mit Sauerstoff reagieren (ROS= reactive oxygen species), sind natŸrliche Nebenprodukte der Atmung. ãEin Prozent des Sauerstoffs, den wir verbrauchen, wandelt sich in ROS umÒ, sagt der Biochemiker Barry Halliwell von der National University of Singapur. ãDas hšrt sich nicht nach viel an, aber Menschen sind gro§e Tiere und wir atmen eine Menge. †ber ein Jahr betrachtet produziert der menschliche Kšrper 1,7 Kilogramm ROS.Ò Belastungen durch Ršntgenstrahlen, Ozone, Tabakrauch, Luftverschmutzung, mikrobielle Infektionen, Industriechemikalien und intensiver Sport lšsen die Produktion von freien Radikalen aus. In den 80er Jahren glaubte man, endlich eine wirksame Waffe gegen den Schaden durch freie Radikale gefunden zu haben. Wissenschaftler wussten seit langem, dass Menschen, die Nahrung mit reichlich FrŸchten und GemŸse essen, eine niedrigere Wahrscheinlichkeit haben, an Herzkrankheiten, Diabetes, Demenz, Schlaganfall und bestimmten Krebsarten zu erkranken – den gleichen Krankheiten, die mit SchŠden durch Freie Radikale in Beziehung standen. GrŸne Pflanzen sind aus einem guten Grund voller Antioxidantien. Sie sind besonders empfindlich fŸr oxidativen Stress, da sie wŠhrend der Fotosynthese reinen Sauerstoff produzieren. Um sich selbst zu schŸtzen stellen sie eine Auswahl wirksamer Antioxidantien her. Und so wurde eine Hypothese geboren: DiŠtische Antioxidantien sind wie SchwŠmme, die Freie Radikale abfangen und damit vor den Krankheiten des Alters schŸtzen. Und das war eine gro§artige Idee. ãZwei und zwei zusammengenommen gingen die Wissenschaftler davon aus, dass diese Antioxidantien schŸtzen und, wenn man sie als NahrungsergŠnzung oder Ÿber entsprechend angereicherte Nahrung aufnimmt, OxidationsschŠden und die Zahl der Krankheiten verringern wŸrdenÒ sagt Halliwell, ein Pionier der Freien Radikalen Forschung und der entsprechenden Krankheiten. ãEs war so einfach: wir sagten âFreie Radikale sind schlecht, Antioxidantien sind gut.'' Ò Dieses Konzept half, eine riesige NahrungsergŠnzungsindustrie hervorzubringen. Laut dem US National Institut of Health (NIH), nehmen mehr als die HŠlfte aller Erwachsenen in den USA NahrungsergŠnzungsmittel in Form von Vitamin- oder Mineralpillen, mit Gesamtkosten von 23 Mrd. US-$ pro Jahr. Die verwirrende Anzahl von NahrungsergŠnzungen in den Regalen erschwert eine Aussage darŸber, wieviel von dieser Summe fŸr Antioxidantien ausgegeben wird, aber die NIH geht davon aus, dass es ein betrŠchtlicher Anteil ist. Die PopularitŠt dieser Pillen trŠgt zum weiteren Wachstum bei. SPINS, eine Marktforschungsfirma aus San Francisco, schŠtzt, dass der Markt der Antioxidantien allein im letzten Jahr um 18 % gewachsen ist. Auch in Europa hat dieser Markt eine enorme Wachstumsrate und wird von der Gesundheitsindustrie heftig beworben. Die bekanntesten Antioxidantien sind Vitamin E (auch bekannt unter dem chemischen Namen Tocopherol), Vitamin C und zwei gro§e Klassen von Pflanzenchemikalien, die Polyphenole (inklusive Flavanoide) und Carotenoide (inklusive Betacarotin und Lycopene). Die meisten ErgŠnzungsmittel, die als Antioxidantien bezeichnet werden, enthalten mindestens einen dieser Stoffe, oft als reine Chemikalie und manchmal als konzentrierten Pflanzenextrakt. Seit den frŸhen 90ern haben Wissenschaftler diese Verbindungen grŸndlich mit Doppelblindstudien – dem Goldstandard fŸr medizinische Mittelstudien, geprŸft. Wieder und wieder jedoch fielen die ErgŠnzungsmittel durch die Tests. Es ist schon wahr, sie machten die freien Radikalen im Reagenzglas richtig nieder. Aber, einmal im menschlichen Kšrper, erscheinen sie eigenartig machtlos. Sie sind nicht nur schlecht darin, OxydationsschŠden abzuhalten, sie kšnnen die Situation auch noch verschlimmern. Viele Wissenschaftler kommen nun zu dem Schluss, dass sie bestenfalls eine Verschwendung von Zeit und Geld sind. Schlimmstenfalls kšnnten sie gesundheitsschŠdlich sein. Die erste Antioxidans, welche enttŠuschende Ergebnisse produzierte, war Betacarotin. Einst ein Star unter den NahrungsergŠnzern wurde es Rauchern in Form von Carotenpillen empfohlen, um sie gegen Lungenkrebs zu schŸtzen. Das grŸndete auf einer Beobachtung aus den 70er Jahren, dass Menschen, die eine Menge Mšhren essen – die gro§e Mengen Caroten enthalten – so etwas wie einen Schutz gegen Lungenkrebs hatten. Im Jahr 1992 wurde eine Studie begonnen. Man erfasste Ÿber 18.000 Menschen mit einem erhšhten Risiko fŸr Lungenkrebs, entweder weil sie rauchten oder weil sie Asbest ausgesetzt gewesen waren. Die HŠlfte der Personen erhielt BetacarotinprŠparate. Diese

Studie sollte 6 Jahre laufen, die Forscher zogen aber schon nach zwei Dritteln der Laufzeit die Sicherheitsleine, nachdem sie zu ihrer †berraschung und ihrem Schrecken entdeckten, dass es den Versuchspersonen mit Betacarotin schlechter erging als denen in der Kontrollgruppe. Ihre Lungenkrebsrate war 28% hšher und die Gesamt-Todesrate lag 17% hšher. ãEs war ein Schock. Nicht nur, dass es nichts Gutes bewirkte, es hatte sogar die Mšglichkeit, zu schaden,Ò sagt Halliwell. Die Forscher konnten nicht sicher sein, dass diese ZuwŠchse nicht doch nur zufŠllig seien und Betacarotine wird Ÿberall als Antioxidans verkauft. Weitere Untersuchungen haben aber die Einsicht verstŠrkt, dass Betacarotine als NahrungsergŠnzungsmittel nicht nur beim Schutz gegen Krebs versagen, sondern sie vergrš§ern auch das Risiko von Rauchern, an Lungenkrebs zu erkranken. Im Mai 2006 stellte eine von der NIH zusammengerufene Expertengruppe fest, dass keinerlei Beweise existieren, um der Bevšlkerung BetacarotinprŠparate zu empfehlen; dagegen stehen starke Beweise, um Rauchern davon abzuraten. Eine ganz Šhnliche Geschichte betrifft der Welt beliebteste Antioxidans. Vitamin E wurde Anfang der 90er Jahre Ÿber Nacht berŸhmt, nachdem 2 gro§e Studien mit insgesamt Ÿber 127.000 Teilnehmern herausgefunden hatten, dass diejenigen, die sich Vitamin E reich ernŠhren, signifikant weniger Herz-Kreislauferkrankungen entwickelten. Die erste Studie begleitete 8 Jahre lang 87.245 Krankenschwestern; das Ergebnis zeigte, dass die 20% mit dem hšchsten Vitamin E Verzehr eine 41% niedrigere Erkrankungsrate an Herz-Kreislauferkrankungen hatte als die 20% mit dem niedrigsten. (New England Journal of Medicine, vol 328, p. 1444). Die zweite Studie mit 39.910 mŠnnlichen Gesundheitsexperten fand eine Šhnliche Verringerung fŸr das Risiko, am Herzen zu erkranken (New England Journal of Medicine, vol 328, p. 1450) Die Forscher von der Havard Medical School and Havard School of Public Health fanden sogar einen plausiblen Mechanismus. Es zeichnete sich der Beweis ab, dass eine der Ursachen fŸr Herzkrankheiten ein Schaden durch freie Radikale an den LDL war. LDL sind winzige PŠckchen von Fett und Proteinen, die im Blutstrom kreisen und FettsŠuren an die Zellen liefern. Es stellte sich heraus, dass die LDL resistenter gegen Oxidation wird, wenn man den Blutproben im Reagenzglas Vitamin E zufŸhrt. Vielleicht verhindert Vitamin E auf diese Weise Herzkrankheiten. ãAuf dem biochemischen Level klang dies so gut – damalsÒ, sagt Roland Stocker, ein Biochemiker an der UniversitŠt von New South Wales in Sydney, Australien. Der Gebrauch von Vitamin E schnellte hoch. Im Jahre 1990 nahm praktisch niemand Vitamin E; am Ende der Dekade nahmen geschŠtzte 23 Millionen US BŸrger bereits eine tŠglich Dosis. Auf der Basis dieser positiven Ergebnisse fŸhrten andere Forscher gro§e Studien mit Vitamin E ErgŠnzungsprŠparaten durch. Die Resultate waren fast durchweg enttŠuschend. Nur ein Experiment– die Cambridge Herz Antioxidantien Studie (CHAOS) – fand einen positiven Effekt: Ein um 77% reduziertes Risiko fŸr einen Herzinfarkt. Mehrere andere fanden keine Schutzwirkung und eine folgert sogar, dass Vitamin E das Risiko eines Herzversagens erhšht. Zeit fŸr eine Neubewertung? Andere Studien Ÿber die Wirksamkeit von Vitamin E ErgŠnzungsmitteln zur VerhŸtung von Krebs, wie die ATBC-Studie in Finnland, kamen ebenfalls zu negativen Ergebnissen. Vitamin E konnte auch ein Fortschreiten der Alzheimererkrankungen bei Menschen mit geringen kognitiven BeeintrŠchtigungen nicht stoppen. Au§erdem fanden Wissenschaftler, als sie nach Beweisen dafŸr suchten, dass Vitamin E LDL gegen Oxidation nicht nur im Reagenzglas, sondern auch im Kšrper schŸtzt, keine – au§er bei Menschen mit einem Vitamin E Mangel (Journal of the American Medical Association, vol 285, p.1178). Tatsache ist, dass neben guten Beweisen dafŸr, dass Vitamin E eine mŠchtige Antioxidans im Reagenzglas ist, es jetzt ernste Zweifel gibt, dass es im Kšrper genauso wirkt. ãVitamin E ist keine Antioxidans. TatsŠchlich muss es gegen Oxidation geschŸtzt werden,Ò sagt Angelo Azzi, ein Biochemiker an der Tufts UniversitŠt in Boston, Massachusetts. Er betont, dass Vitamin E in acht verschiedenen Formen in der Natur existiert und alle funktionieren im Reagenzglas als Antioxidans. Der Kšrper aber benutzt nur eine Form, Alpha Tocopherol, welches von einem hoch spezialisierten Protein von der Leber aus dem Blutstrom extrahiert wird. Alle anderen Formen werden ausgeschieden. Azzi argumentiert, dass es unwahrscheinlich ist, dass die Evolution zu solch langwierigen Prozessen greift, nur um ein Antioxidans aus der Nahrung zu gewinnen. ãEs gibt Millionen von AntioxidantienÒ, sagt er. Es ist klar, Vitamin E tut was im Kšrper – es ist ein wesentlicher Bestandteil der Nahrung und ein Mangel fŸhrt zu neurologischen Problemen – aber was auch immer es tut, es ist keine Antioxidans. Es gibt sogar einige Beweise, dass Vitamin E ZusŠtze gesundheitsschŠdlich sein kšnnen. Im letzten Jahr machte ein Team, dass von Edgar Miller von den Johns Hopkins Medical Institutions in Baltimore gefŸhrt wurde, Schlagzeilen mit der Feststellung, dass hohe Dosen Vitamin E die Gesamtsterblichkeit erhšhen. Dies basierte auf einer Gesamtauswertung von 19 separaten Studien – obschon diese Feststellung kontrovers bleibt, wie Azzi kommentiert, der diese Studie fŸr fehlerhaft hŠlt. Vitamin C ist eine weitere EnttŠuschung. ãDie Leute versuchen immer noch, es zu verteidigen, aber man erzielt kein Ergebnis bei SchŠden durch freie Radikale, es sei denn bei Menschen mit Vitamin C MangelÒ, sagt Halliwell, ãich meine, es ist ein verlorener Fall.Ò Tatsache ist, das die Ergebnisse einer gro§en US-Studie, die die Verbindung zwischen ErnŠhrung und Gesundheit untersucht, genannt die Women''s Health Study, nahe legt, dass Vitamin C ErgŠnzungsmittel Arteriosklerose bei Diabetikern beschleunigt. Eine Klasse von Antioxidantien, die relativ wenig erforscht ist, sind die Polyphenole. Das wenige, das man wei§, kommt von epidemiologischen Studien, von denen einige behaupten, Polyphenole verhŸten Krankheiten und andere, sie tun es nicht. WŠhrend Polyphenole im Reagenzglas als Antioxidantien funktionieren, ist nicht klar, dob sie vom Blutstrom absorbiert werden. Und falls ja, sind sie schnell abgebaut. So ist zum Beispiel 95% eines Flavononids mit Namen Resveratrol – es ist im Rotwein – von unserm Verdauungssystem zerstšrt, bevor es in den Kreislauf eintritt. Das Endergebnis wird klar: Was auch immer hinter dem gesundheitlichen Gewinn einer ErnŠhrung steht, die reich an FrŸchten und GemŸse ist, so lŠsst sich diese nicht mit gereinigten Extrakten oder Vitamin ErgŠnzungsmitteln reproduzieren. ãNur die Tatsache, dass ein Nahrungsmittel mit einem bestimmten Bestandteil nŸtzlich ist, besagt nicht, dass ein Nutraceutical (eine NahrungsergŠnzung) mit dem gleichen Bestandteil es auch istÒ, sagt Paul Coates, der in der

Abteilung fŸr NahrungsergŠnzungsmittel bei NIH arbeitet. Es bleibt aber die Tatsache bestehen, dass diejenigen, die eine ErnŠhrung mit reichlich Vitamin C, Vitamin E, Polyphenole und Carotine essen, wahrscheinlich weniger HerzanfŠlle, GefŠ§krankheiten, Diabetes und Krebs erleiden werden. Eine ErklŠrung ist, dass diese Menschen generell einen gesŸnderen Lebensstil haben – sie treiben zum Beispiel mehr Sport und Rauchen weniger. Zur Zeit wei§ man nichts sicher. ZŠhes GemŸse Es gibt einige Ideen. Halliwell glaubt noch, dass Antioxidantien wenigstens teilweise verantwortlich sind. Er argumentiert, weil Polyphenole, Carotenoide, und Vitamine in FrŸchten und GemŸse in zŠhes, faseriges Material eingebunden sind, verbleiben sie lŠnger im Magen und Darm, wo sie freie Radikale neutralisieren kšnnen. Der Magen-Darmtrakt, besonders der Magen mit seiner hoch sŠurehaltigen Umgebung, produziert dauernd reagierende Sauerstoffformen aus der Nahrung. ErgŠnzungsmittel kšnnen diesen Erfolg nicht wiederholen, weil sie zu schnell verdaut werden. Au§erdem wirken die verschiedenen Wirkstoffe im GemŸse gemeinsam und sind nicht allein aus dem natŸrlichen Verbund gerissen. Es gibt aber noch eine andere verblŸffende ErklŠrung. Unter den fŸhrenden Quellen fŸr Antioxidantien aus der Nahrung sind Kaffe und Tee, und es gibt einige Hinweise, dass besonders grŸner Tee bestimmte Vorteile fŸr die Gesundheit hat, einschlie§lich eines verringerten Krebs- und Herz-Kreislaufsrisikos. Obschon Halliwell seltsamerweise entdeckt hat, dass Tee und Kaffee fšrmlich explodieren von reagierenden Sauerstoffarten in Form von Wasserstoffperoxyd. ãJedes mal, wenn Sie eine Tasse Kaffe trinken, ist es ein BehŠlter mit verdŸnnten WasserstoffperoxydÒ, sagt Halliwell. Das Wasserstoffperoxyd ist da wegen der Anwesenheit von Antioxidantien – ãAntioxidansÒ ist in Wirklichkeit nur ein anderer Weg um von einem reduzierenden Agens zu sprechen, dass mit Sauerstoff im Wasser reagieren kann, um Wasserstoffperoxid zu produzieren. Denken Sie an platinblond und Sie erhalten ein Bild davon, was Sie gerade trinken mšgen. Aber wenn Freie Radikale schlecht fŸr uns sind, warum kšnnen uns Kaffee und Tee dann gut tun? Eine Mšglichkeit wŠre, dass sie unser eigenes internes Antioxidantiensystem an die Arbeit bringen. ãInzwischen sind ganz neue †berlegungen zu dem, was Freie Radikale wirklich bewirken, in Gang gekommenÒ, sagt Malcolm Jackson, ein Biochemiker an der UniversitŠt von Liverpool, England. Er glaubt, dass Radikale in der richtigen Menge gesundheitsfšrdernd sein kšnnen, indem sie unsere Zellen anregen, die eigene Abwehrbatterie abzufeuern: Eine Ansammlung von Radikale sprengenden Enzymen wie Katalase und Superoxyd Dismutase. ãZellen sind sehr gut darin, sich gegen kleinen Stress zu schŸtzen, solange der Stress nicht ŸbermŠ§ig wirdÒ, sagt Jackson. ãDie Frage ist, sollten wir freie Radikale Ÿberhaupt abfangen?Ò Sollte sich herausstellen, dass Antioxidantien in der Nahrung funktionieren, weil sie gesundheitsfšrdernde Mengen von Freien Radikalen hervorbringen, wŸrde das eine ironische Kehrtwendung bedeuten. Das wŸrde auch erklŠren, warum NahrungsergŠnzungsmittel und Extrakte nicht funktionieren oder sogar gefŠhrlich sind: Die Dosierungen sind zu hoch und produzieren zu viele freie Radikale. ãZunŠchst einmal ist guter Rat billig: Bleiben Sie bei einer ErnŠhrung, die reich an Flavonoiden (meist gelb gefŠrbte Pflanzenstoffe) ist, mŠ§ig Rotwein, Tee, FrŸchte und GemŸseÒ, sagt Halliwell. ãNehmen Sie keine hochdosierten ErgŠnzungsmittel oder angereicherte Nahrungsmittel, bis wir mehr wissen.Ò Nach einem Artikel aus dem Englischen aus NewScientist, vom 05. August 2006 (www.newscientist.com/article.ns?id=mg19125631.500)