2. Anwendungsformen

In jahrzehntelanger Erfahrung haben sich die folgenden Anwendungsformen etabliert:

 

  1.     Die „Grosse Eigenblutbehandlung“ :  Es werden 50 bis 100 ml patienteneigenes Blut entnommen und in völlig sterilem Einwegmaterial ausserhalb des Körpers mit einer exakt definierten, sehr geringen Ozonmenge in Kontakt gebracht. Hier reagiert das Ozon mit Bestandteilen des Serums sowie den roten und weissen Blutkörperchen. Das auf diese Weise „aktivierte Eigenblut“  wird dem Patienten in Form einer normalen Tropfinfusion wieder zugeführt. Hierdurch erfolgt im Organismus ein milder biologischer Reiz mit bedeutender Wirkung auf das Antioxydanz- und Immunsystem. Einsatz hauptsächlich bei Durchblutungsstörungen, Autoimmunerkrankungen, chronischen virusbedingten Erkrankungen sowie zur generellen Immunaktivierung und Revitalisierung z.B. in der Geriatrie.

  2.     Die „Kleine Eigenblutbehandlung“ besteht aus einer kleineren Blutmenge (1 bis 5 ml), welche nach venöser Entnahme wiederum absolut steril mit Ozon in Kontakt gebracht und anschliessend als intramuskuläre Injektion verabreicht wird. Anwendung zwecks Behandlung allergischer Erkrankungen, zur Immunaktivierung und als Revitalisierung.

  3.     Die äussere Behandlung von Wunden erfolgt meist in geschlossenem System (Kunststoffstiefel, Beutel, Saugglocke), bei Fisteln via Sonde oder Knopfkanüle und bei frischen Verbrennungen oder kleineren Wunden und auch mit „Ozonwasser“. Dies ist zweifach destilliertes Wasser, welches unmittelbar vor Verwendung mit Ozon versetzt wird. Dieses „Ozonwasser“ mildert rasch Entzündung, Schwellung und andere unangenehme Hauterscheinungen wie Juckreiz.

  4.     Die rektale Ozon-Verabreichung  besteht aus einer Art „Gas-Klistier“, welches mittels eines Reservoirs und eines Dosierballons über einen dünnen Plastikschlauch in den Enddarm geleitet wird. Sie ist indiziert bei entzündlichen Darmerkrankungen, aber auch als Ersatz für die „Grosse Eigenblutbehandlung“ bei Kindern, bei Patienten mit schlechten Venen oder Angst vor Venenpunktion.

           Effect of ozone/oxygen mixture on systemic oxidative stress and organic damage.

  1.      Injektionen in Gelenke z.B. bei entzündlichen Gelenkerkrankungen (Arthritis, reaktive Arthrosen)

  2.     Injektionen in verspannte Muskeln bzw. Triggerpunkte, meistens in Kombination mit einem Lokalanästhetikum.



3. Indikationen:

Es gibt ganz verschiedene Erkrankungen, die durch Ozontherapie gebessert bzw. geheilt werden können. Dies wird durch zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen belegt. Sehr oft kommt Ozontherapie in Kombination mit anderen Therapieverfahren zur Anwendung.


Beispiele:

  1. Durchblutungsstörungen, z.B.“stroke“ (Hirnschlag):

Eine ausgezeichnete Wirksamkeit entfaltet Ozontherapie bei arteriellen Durchblutungsstörungen und auch beim akuten Hirnschlag (Stroke, ischämischer cerebrovasculärer insult). Patienten mit „stroke“ müssen selbstverständlich zwecks rascher Abklärung, optimaler interventioneller Behandlung und Ueberwachung unverzüglich einer spezialisierten Klinik (“stroke unit“) zugeführt werden.

Idealerweise würde beim akuten stroke jedoch gleichzeitig mit dem Klinikeintritt unverzüglich zusätzlich eine intensive, anfangs täglich durchzuführende Ozontherapie durchgeführt (unabhängig jeglicher weiterer Therapiemassnahmen)!


Ozonterapie bei Cerebrovasc Insult.pdf  Hirnschlag und Ozon-TherapieCerebrovasc_Infarction_(Russland); Hirnschlag (stroke),

Oxidants, Antioxidants and the Ischemic Brain(2004)

Periphere Arterielle VerschlussKrankheit ;   PAVK_2;


  1. Geriatrische (altersbedingte) und neurologisch „degenerative“ Erkrankungen: Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, allgemeine Leistungsschwäche, Gangunsicherheit, Schwindelgefühle sowie abnehmende Sehschärfe (z.B. infolge einer Macula-Degeneration, AMD) lassen sich erfahrungsgemäss günstig beeinflussen. Nachstehend einige „Links“ zu diversen Erfahrungsberichten: Diabetes; Parkinson ;Multiple Sklerose; MS Ozone Therapy induces long term cerebr changes.pdf Alzheimer ; Altersdemenz ; Optic Nerve Dysfunction ; Augenerkrankungen ; Retinitis pigmentosa_0 ;Retinitis pigmentosa_1 ; Retinitis pigmentosa_2 ; Altersabhängige Macula-Degeneration AMD_1 ; AMD_2  ; AMD_3 ; Hemianopsie bei cerebrovaskulärem Insult; Hörsturz; COPD.pdf


  2. Leber- und Darmerkrankungen: Kolitis, Fisteln und gewisse Enddarmerkrankungen werden erfolgreich behandelt. Leberzirrhose; Giardia lamblia ; Malabsorption Syndrome by Giardia lamblia


    Viruserkrankungen: Wie sich durch wissenschaftliche Untersuchungen zeigen lässt, erreicht die Ozontherapie gute Ergebnisse bei der Behandlung von Hepatitis, Herpes Zoster (Gürtelrose) und Herpes Simplex (Reizbläschen). Hepatitis akut (Cuba); Hepatitiis_2  ; Hepatitis B (Tierexperiment)  ; Ozone Therapy in AIDS  ;  OsteomyelitisOstomyelitis_2Infektionskrankheiten (Tierexperiment)


  1. •Gynäkologisch infektiöse Erkrankungen Rajani Chandra-D’Mello & Ronald D’MelloInstitute of Obstetrics & Gynaecology, Baku, Azerbaijan; Institute of Surgery, Baku, AzerbaijanThe purpose of this work was to study the effect of ozone in the treatment of female infertility of inflammatory aetiology“  und: Oz Oel in der Gynaekologie


  1. Rheumatische Erkrankungen: Die Ozontherapie wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd. Diskushernien ;Arthrose; Ozone in Treating Knee Osteoarthritis ; Osteoarthritis and intraarticular Ozone ; Rheumatoide Arthritis_1  ; Rheumatoide Arthritis_2  ; osteoarthritis and ozone therapy  Fibromyalgie;

  2.         Bandscheibenvorfall mit Ozon-Injektionen behandeln:

  3. www.neurochirurgia2000.com/ozono/ozono.htm

7‘253 Fälle von Diskushernien: Verlauf nach Ozonterapie.htm


  1. Kniegelenksarthrosen  mit Ozon-Injektionen behandeln: 

  2. Comparison Between Intra Articular Ozone and Placebo in the Treatment of Knee Osteoarthritis: A Multicentric, Comparative, Randomized and Double-Blinded Clinical Trial

http://acrabstracts.org/abstract/comparison-between-intra-articular-ozone-and-placebo-in-the-treatment-of-knee-osteoarthritis-a-multicentric-comparative-randomized-and-double-blinded-clinical-trial/


  1. Krebserkrankungen: Als ergänzende Massnahme bei Krebserkrankungen wird die Ozontherapie seit Jahrzehnten sinnvoll eingesetzt und in den letzten Jahren durch Bestätigung der Immunaktivierung wissenschaftlich untermauert. Krebs (Tierexperiment); Krebs (Tierexperiment)_2  ;  Krebs unter Chemo- und Ozontherapie


  2.   Infizierte Wunden: Erheblichen Erfolg erzielt die Ozontherapie bei der Behandlung «offener Beine» (ulcus cruris), des Wundliegens (decubitus) oder von Verbrennungen. Hautleiden und Ozon-Oel; Ulcus cruris ; Psoriasis and ozone therapy


  3. 4. Kontraindikationen 

Angeborene Störungen des Blutkörperchenstoffwechsels  wie der

Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (Favismus)

und Pyruvatkinasemangel.


Der Favismus, eine x-chromosomal-rezessiv vererbte Erkrankung mit hauptsächlichem Vorkommen im Mittelmeerraum unter Italienern (besonders Sarden), Griechen, sephardischen Juden und Arabern, ferner unter Afrikanern südlich der Sahara wie auch unter Thailändern, Chinesen und Indern und in USA bei etwa 10 % der amerikanischen schwarzen männlichen Bevölkerung führt zu einer erhöhten Anfälligkeit der Erythrozyten auf oxidative Schädigung.


Durch das Fehlen der funktionsfähigen Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase kann nicht ausreichend NADPH zur Regenerierung von Glutathion bereitgestellt werden. Damit können nicht abgefangene Peroxide die Zellmembran und die SH-Gruppen der erythrozytären Proteine angreifen. Daraus resultiert eine vermehrte Schädigung von Eiweißmolekülen, was die Erythrozytenverformbarkeit und deren Lebensdauer beeinträchtigt. Verschiedene Nahrungsmittel (Saubohnen = Favabohnen)  und bestimmte Medikamente (Acetylsalicylsäure, Malariamittel, Sulfonamide) und eben auch Ozon-Exposition können dann über die vermehrte Aktivität von Sauerstoffradikalen eine Hämolyse bewirken, was im Extremfall zu akutem Nierenversagen führen kann. Auslöser von Hämolysen bei G6PDH-Mangel sind Bohnen (v.a. Saubohnen „Vicia faba“ - daher auch die Bezeichnung „Favismus“), Erbsen, Johannisbeeren und als Medikaente Acetylsalicylsäure, Metamizol (Novalgin) und Sulfonamide.

Verlauf: Nach Exposition kommt es innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen zu einer schweren, unter Umständen lebensbedrohlichen hämolytischen Anämie mit Fieber, Schüttelfrost, Rücken- und Bauchschmerzen sowie Schwäche bis hin zum Schock.


Ein Grund für die Häufung unter bestimmten Ethnien liegt möglicherweise darin, dass das Vorhandensein des G6PD-Defektes eine gewisse Resistenz bietet gegen in diesen Zonen verbreitete Malaria.


Zur Beachtung bei Bhandlung mit Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin A:

  1. Die Verabreichung von  A n t i o x i d a n t i e n unmittelbar  vor der Ozontherapie sollten vermieden werden, weil die vor der Ozontherapie verabreichten Antioxidantien das therapeutische Prinzip der Ozontherapie mittels moderater Ox-Stress-Exposition beeinträchtigen oder gar vollständig verunmöglichen können.



Weiter zur nächsten Seite:  Oxidativer Stress

Ozon in der Medizin ist nicht als ein Medikament  i.e.S. zu betrachten.

Ozon in der Medizin vermittelt im behandelten Kompartiment elektrochemische Impulse. Hierdurch greift es in die Redox-Balance ein und hilft so entsprechende Dysbalancen zu regulieren. Es unterstützt so den Organismus darin, verschiedenste Krankheitszustände besser zu bewältigen.


Therapiemittel_Ozon_Apr_2015.pdf   Drs. A. Balkanyi und A. Bühler


1. Allgemeines   2. Anwendungsformen  3. Indikationen  4. Kontraindikationen

  1. 1.Allgemeines

Ozon ist kein Heilmittel im eigentlichen Sinn.  Ozon ist eine bestimmte Form von Sauerstoff - ein kleines, chemisch sehr reaktionsfreudiges, instabiles Molekül bestehend aus drei Sauerstoffatomen.

„Chemisch sehr reaktionsfreudig“  bedeutet in diesem Zusammenhang, dass es je nach Wirkungsort und biologischer Umgebung eine Art „moderaten biologischen Stress“ ausüben und so im Organismus  -  ähnlich wie z.B. körperliches Fitnesstraining oder Fastenkuren -  gewisse Abläufe in Gang setzen und so Krankheitsprozessen (z.B. chron. oxidat. Stress) entgegenwirken kann.


Hierzu zitiere ich (kurz auf englisch) aus einem Referat von Frau Dr. R. Viebahn:

Inflammatory processes as the classical indications for systemically administered medical ozone have one general phenomenon in common: Oxidative dys-stress (mostly chronic): Chronic vascular inflammation, diabetic angiopathia, pain syndrome, rheumaoid arthritis, age related diseases, and cancer are initiated and maintained by an excess of oxygen radicals (Superoxide Radicals, Hydrogenperoxide H2O2, OH-Radicals).

As one of the consequences, the downregulated and/or insufficient cellular antioxidant system  e.g. superoxide dismutase (SOD), catalase (CAT) and others supports chronic inflammations.

Ozone, being a strong oxidant itself, interrupts this vicious circle by formation of „ozone peroxides“, reduction of cysteine residues and/or glutathion GSH (bypassing SOD and CAT consumption), signal transduction and regulation through Nrf2 (antioxidants) and NFkB (immunoregulation). As a consequence pathological concentrations of stress-relevant parameters like H2O2, malone dialdehyde MDA, total hydroperoxide TH decrease following systemic ozone treatment significantly, cellular antioxidants as well as the cytokin production (e.g. IL-1, IL-6, TNF-α ) in chronic inflammatory processes hereby being modified and regulated.


Medizinisches Ozon hat „topisch“ (d.h. lokal angewendet) eine stark ausgeprägte bakterien- und pilztötende sowie antivirale Wirkung und findet entsprechend Anwendung zur Desinfektion von infizierten Wunden. Sowohl topisch wie systemisch kombiniert ist es hervorragend wirksam bei schweren Wundheilungsstörungen z.B. bei Diabetes:

Beispiel einer durch Ozontherapie erfolgreich verhinderten Amputation.


Die durchblutungsfördernde und revitalisierende Eigenschaft kennt man seit vielen Jahren. Speziell interessant und relevant ist dieser Aspekt im Zusammenhang mit ischämischem cerebrovaskulärem Insult („stroke“).

Long-term cerebrovascular reactivity mediated

by ozone autohemotherapySauerstoffversorgung;

Oxidants, Antioxidants and the ischemic Brain (2004)


Niedrige Ozonkonzentrationen stimulieren bestimmte Immunzellen dazu, Botenstoffe zu produzieren (Zytokine, Interferon und Interleukine). Diese informieren andere Immunzellen und setzen so die ganze Kaskade der Immunantwort in Gang.

Multiorganversagen nach Verbrennung (Tierexperiment)


Die bei internistischer Anwendung stets zusammen mit Patientenblut applizierten sehr geringen Ozonmengen ( z.B. «Kleine Eigenblutbehandlung» als intramuskuläre Injektion oder intravenös verabreicht in Form der «Grossen Eigenblut Behandlung», auch AHT, Auto-Haemo-Therapy genannt) aktivieren die Produktion körpereigener Antioxidanzien und Radikalfänger. Dies erklärt deren Wirksamkeit bei chronischen Entzündungen.

Ein Experiment hierzu: Antioxidative Kompetenz steigern

Berichte über den Einsatz von ozonisiertem Pflanzenöl, welches über Ozonide (Trioxolane) wirkt, finden Sie über diese Links: Oz Oel bei Hauterkrankungen  Oz Oel in der Gynaekologie